Eine Ode an die Artenvielfalt, eine Liebeserklärung an die Fußnote, eine knallbunte Petition gegen das Aussterben der Arten, Dialekte und verrückten Vögel im deutschen Sprachraum. 

In diesem unterhaltsamen Abenteuerroman heftet sich Lilly Jäckl an die Fersen moderner Biopiraten und schlägt sich mit ihnen quer durch Ecuador vom Pazifik über die Allee der Vulkane bis ins Herz des Amazonasbeckens, wo bis heute Menschenfresser leben, die mitunter Companys wie Chevron Texaco leiten. 

Ein gewöhnliches Buch wird gelesen und unter gewissen Umständen verbindet der Leser etwas oder sich selbst damit. Bei »amen, amen« ist das anders: man ist bereits unabdingbar eingebunden in Form und Inhalt der Erzählungen, Gedichte und Texte für die Bühne.

In den verschiedenen Sprachformen zeigt die Autorin, dass in einem gedankenlosen Damals ein beachtliches Maß gedankenlosen Heutes steckt.

Es wird kalauert, politisiert, gedichtet, geschimpft.
Es wird bürokratisiert: Listen schreiben, Nachrichten hören, Interviews geben.
Lilly Jäckl zeigt uns ihre Sprachtodesspiralen und bringt dabei das Weltall, das ein Kettenhund ist, zum Flüstern, nachdem die Seelen von den ORF- und RTL- und ARD- und ARTE-Kameras aufgefressen worden sind.
Witzig, ironisch, sarkastisch.
Josef Winkler

Illustrationen und Cover: Dieter Puntigam Verlag: J. Frank, Berlin