Elektra

Es dürften mehr als gute 2.500 Jahre sein, als das Stück Elektra im antiken Griechenland seine Premiere erlebte. Das Werk aus der Feder des Philosophen Sophokles beschäftigt sich mit Trauer, Leid und Rache. Es wirft die Frage auf, inwieweit es gerechtfertigt sein kann, Tod mit Tod zu vergelten, um das eigene Leid durch Blutrache zu stillen. Um die Zuseher zu einem eigenen Urteil zu animieren, setzt Sophokles das Wehklagen der einzelnen Protagonisten in Szene und lässt so tiefe Einblicke in ihr Seelenleben zu. Doch auch wenn der Wunsch Elektras nach Rache erfüllt wird, ihre Mutter und dessen Liebhaber von Orest ermordet werden, bleibt sie als Hauptdarstellerin nicht mehr als eine enttäuschte und hilfsbedürftige Frau: Orest besteigt nach dem erfolgreichen Mord den Thron. Lilly Jäckl hat anderes mit ihrer Hauptdarstellerin vor und interpretierte sie in Form eines modernen Frauenbildes, die hart wie Stahl ihre Chance nutzt und den Thron besteigt.